Frauenseelsorge

Erzdiözese München und Freising

Themen von Irmgard Huber

Fortuna und Felicitas – Dem Glück auf der Spur

Glück haben und glücklich sein ist zweierlei, das wussten schon die alten Römer/innen, weshalb gleich zwei Göttinnen mit Füllhorn für das Glück zuständig waren. Dem Zufallsglück (Fortuna) sind wir ausgeliefert, doch dem Glücksempfinden (Felicitas) können wir auf die Sprünge helfen, indem wir uns eine Haltung der Achtsamkeit aneignen für die kleinen Samen, aus denen das Lebensglück wächst.

Auch wenn Felicitas hinter Fortuna schon immer im Bekanntheitsgrad zurückstehen musste, setzte Jesus durch die Seligpreisungen in der Bergpredigt der scheinbar unbedeutenderen Symbolfigur einen Akzent auf, der uns ahnen lässt: Als Christinnen ist uns mit Felicitas, der Glückseligkeit, eine gute Kraft des Herzens gegeben, die uns trotz des Unbehagens vor dem sich drehenden Schicksalsrad der Fortuna jene oft wenig spektakulären, kurzen Augenblicke des Glücklich-Seins bewusst genießen lässt.

Oft genügt es, durch Schärfen der Sinne die kleinen Glücksmomente im Alltag als Schatz wahrzunehmen. Dabei helfen Gespräche, meditativer Tanz und Körperübungen (auf Wunsch auch kreatives Gestalten).


Geh deinen Weg beflügelt!

Flügel – auf ihnen getragen, unter ihnen geborgen, durch sie mit Gott verbunden! Das Bild der Flügel ist ein vielseitiger Ausdruck göttlicher Zuwendung. Kaum ein anderes biblisches Symbol sagt so viel aus über Gottes Sorge um uns Menschenkinder und seine liebevolle Beziehung zu uns.

Aber auch alltagssprachlich verwenden wir das Bild aus der Vogelwelt gern, denn „beflügelt“ lebt es sich leichter.

Ausgehend von Bildern der Bibel können wir Flügel entdecken, betrachten, spüren, erbitten und uns gegenseitig stärken, um unseren Weg „beflügelt“ weiterzugehen.


Ja zum Leben – Die starken Frauen im Stammbaum Jesu

Noch heute wird gerätselt, warum im Evangelium nach Matthäus neben 3 x 14 männlichen Vorfahren auch vier weibliche genannt werden, die – zumindest auf den ersten Blick – eigentlich nicht als „Vorführmodelle“ taugen: Tamar, Rabab, Rut und Batseba. Nur auf „krummen Wegen“ werden sie zu Ahnfrauen Jesu. Und doch ist in den Geschichten von schicksalsgebeutelten Müttern Lebenshilfe für uns Frauen heute verpackt.

Ein Tag im Paradiesgärtlein

Das Paradies – Idylle pur, Ort des himmlischen Friedens und der Gottesbegegnung! Aber auch Ort der Versuchung und des Sündenfalls! Schon viele Kunstschaffende haben sich von den biblischen Schöpfungsberichten inspirieren lassen. Dabei vermischten sie meist munter den ersten und den zweiten Schöpfungsbericht und erweiterten die biblische Szenerie phantasievoll durch Symbole und Gestalten. Neben Adam und Eva begegnet uns in der Kunst oft Maria mit dem Jesuskind oder gleich die ganze Heilige Familie im Paradiesgarten. Auch diverse Heilige sind dort anzutreffen – und obendrein zahlreiche Pflanzen und Tiere. Solche Darstellungen und Texte von mystisch begabten Menschen wie Teresa von Avila und Hildegard von Bingen können uns ins Nachdenken über unsere eigenen Vorstellungen vom Paradies bringen und helfen uns, den Garten als Urbild der Seele zu verstehen.