Frauenseelsorge

Erzdiözese München und Freising

Der 29. April ist der Namenstag der großen Kirchenlehrerin Katharina von Siena und inoffiziell der Tag der Diakonin.

Mehr dazu unter mk online und Aktion #frauendiakonatjetzt am 29. April.


29. April – Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena und Tag der Diakonin

Vor 640 Jahren starb am 29. April die Dominikanerin und Kirchenlehrerin Katharina von Siena (1347-1380) mit nur 33 Jahren. Katharina hatte 24 Geschwister, sie war die zweitjüngste. Die meisten Geschwister starben früh an der Pest. Die Familie zählte zum verarmten Adel, weshalb der Vater als Wollfärber den Lebensunterhalt für die große Familie verdienen musste. Katharina wuchs ohne Ausbildung heran. Lesen lernte sie spät mit Brevier und Heiligenlegenden, Schreiben konnte sie kaum.

Doch ihre Visionen gaben ihr Selbstvertrauen: Sie fühlte sich vom Heiligen Domenicus persönlich berufen, in dem von ihm gegründeten Orden zu wirken.  In einer inneren Schau erlebte  sie die mystische Vermählung mit Christus, der sie mit den Wundmalen auszeichnete. Diese für uns heute schwer zu begreifenden, intensiven Glaubenserfahrungen  gaben ihr den Mut, offen für ihre Überzeugungen einzutreten. Aus der zurückgezogenen, extrem frommen Weltflüchtigen wurde eine kirchenpolitisch Interessierte und schließlich eine geschätzte Beraterin der Mächtigen ihrer Zeit, darunter zweier Päpste.

In die Zeit ihres kurzen Wirkens fiel der Beginn des Abendländischen Schismas. In Avignon gelang es ihr 1376, Papst Gregor XI. zur Rückkehr nach Rom zu bewegen. Als 1378 unter Urban VI. eine Kirchenspaltung drohte, setzte sie sich erfolgreich für eine Friedenslösung ein. Sie zeichnete sich vor allem durch ihr mutiges Benennen kirchlicher Missstände gegenüber den zeitgenössischen Päpsten aus.

Katharina hinterließ etwa 380 von ihr zwischen 1370 und 1380 diktierte Briefe, das um 1378 diktierte Libro della divina dottrina, Buch der göttlichen Lehren, und 26 von ihren Schülern aufgeschriebene Gebete.

1461 wurde sie heiliggesprochen. Seit 1939 gilt sie als Patronin Italiens, 1999  wurde sie mit Birgitta von Schweden und Edith Stein Patronin Europas.

Aus Frauensicht ist aber besonders interessant, dass sie 1970 zur Kirchenlehrerin erklärt wurde. Eine große Ehre, denn neben 36 männlichen Kirchenlehrern gibt es nur vier weibliche! Das allerdings nicht, weil Frauen der Kirche nichts zu sagen gewusst hätten, sondern weil das kirchliche Lehramt früher eine reine Männersache war und heute noch fast ausschließlich ist.

Der 29. April, Katharinas Namenstag, gilt seit 1997 inoffiziell als Tag der Diakonin.

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