Frauenseelsorge

Erzdiözese München und Freising

Kleine Englein – große Aufgaben

Foto: Christoph Huber

Am Münchner Marienplatz kämpfen auf dem Sockel der Mariensäule kleine Bronze-Engelchen, sogenannte Putti, in Rüstung und bewaffnet gegen Fabeltiere: Der Löwe verkörpert den Krieg, der Basilisk die Pest, der Drache den Hunger, die Schlange den Unglauben. Auf dem weiten Platz mit seinen touristisch interessanten Wahrzeichen fallen die unscheinbaren Kämpfer normalerweise kaum ins Auge. Unbemerkt, aber mit grimmiger Entschlossenheit, wehren die „Heldenputti“ die großen Plagen der Menschheit ab.

Als München und Landshut den Dreißigjährigen Krieg ohne Schäden überstanden hatten, erfüllte der Marienverehrer Kurfürst Maximilian I. sein Gelübde und ließ 1638 im Herzen Münchens die Mariensäule errichten. Die vergoldete Bronzestatue der Madonna auf der Mondsichel gab es bereits, sie wurde um 1600 eine Zeit lang für den Hochaltar der Frauenkirche verwendet.1639 wurden der Madonna die vier kämpfenden Putti hinzugefügt, deren Gegner als Allegorie zu Psalm 91,13 gedacht sind, wie in gekürzter Form auf den Schilden wiedergegeben ist: „Super aspidem et basiliscum ambulabis et leonem et draconem conculcabis“ - „über die Schlange und den Basilisken wirst du schreiten und den Löwen und den Drachen wirst du zertreten.“ Der Vers wurde schon früh auf die Madonna bezogen, die hier als Patrona Bavariae, Schutzfrau Bayerns, weithin sichtbar auf „ihr“ Land herabschaut und an sonnigen Tagen eine unglaubliche Strahlkraft entwickelt. Bei so viel Glanz beachtet kaum jemand die vier kleinen Kämpfer am Fuß ihrer imposanten Säule. Vier – das  ist seit biblischer die Symbolzahl der Welt. Sie begegnet uns in den vier Paradiesströmen, den vier Himmelsrichtungen, den vier Windrichtungen, den vier Jahreszeiten, den vier Tagzeiten, den vier Temperamenten…

Foto: Christoph Huber

Gerade jetzt, wo rund um den Globus kleine Helden und Heldinnen braucht werden, die einen unsichtbaren Feind bekämpfen, erhalten die „Heldenputti“ Vorbildcharakter.

Kleine Helden
Ihr kleinen Helden!
Zu Füßen der Muttergottes
kämpft ihr tapfer gegen alle Menschheitsplagen,
bis vor kurzem von Touristen übersehen,
jetzt ganz ohne Publikum im gespenstisch menschenleeren Zentrum.
Euer Einsatz geschieht nicht für Bewunderung und Ruhm.
Er geschieht, weil das eure Aufgabe ist,
Er geschieht, weil das euer Platz ist.
Mag es uns allen gelingen,
als kleine Helden und Heldinnen
dort, wo Gott uns braucht,
unsere Aufgaben zu erfüllen mit nur einem Ziel:
dem Leben zu dienen,
das Gute in der Welt zu mehren,
dem Schlechten Einhalt zu gebieten,
Ihr seid uns Vorbilder!

Irmi Huber

Stadtspaziergang SENDLING

Foto: C. Diesch

Der Spaziergang beginnt am vor einigen Jahren verkehrsberuhigten Harras.  Zu sehen ist eines der wenigen Gebäude im Bauhaus-Stil, das Postgebäude von Robert Vorhoelzer. Auch  das sogenannte „Drachenhaus“ gegenüber zieht die Blicke auf sich. Vorbei am Löwenhof geht es über die Lindenschmittstraße (links) und Meindlstraße zum „Dom von Sendling“, St. Margaret.

Foto: C. Diesch
Foto: C. Diesch

An der neubarocken Westfassade breitet der tanzende Christus seine Arme aus. Im Inneren kann der Theateraltar, der z.Zt. die Szene am Ölberg darstellt- der Engel reicht Christus den Kelch,- besichtigt werden.  An einem der rechten Seitenaltäre sind spätgotische Plastiken von den Heiligen Margarete und Georg zu sehen.

Foto: C. Diesch

Vorbei an der Westfassade und  den Genossenschaftsbauten geht es zur Stemmerwiese und zum Stemmerhof, der bis in die 90iger Jahre bewirtschaftet war.

Gegenüber befindet sich die Alte Sendlinger Kirche, die traurige Berühmtheit erlangte durch die Sendlinger Bauernschlacht, 1705. Unter dem Motto „liaba bayrisch sterbm als kaiserlich verderbm“ lehnten sich die Aufständischen gegen die kaiserlich-österreichische Besatzung auf und wurden in der sog. Mordweihnacht niedergemetzelt. Viele Straßennamen in Sendling erinnern an die Gefallenen. Vom Maibaum grüßt das Einhorn, das Sendlinger Wappen.

Foto: C. Diesch
Foto: C. Diesch

Über die Treppen geht es hinunter zur Kidlerstraße. Bevor wir in die Himmelfahrtskirche gehen, lohnt ein Abstecher in die Daiserstraße mit einigen schönen Jugendstilbauten.

1920 entstand die Himmelfahrtsgemeinde in den Räumen der Gaststätte „Elysium“, die im 2.Weltkrieg zerstört und dann in den 1950iger Jahren als neues Kirchengebäude errichtet wurde.

Besonders sehenswert ist das Himmelfahrtsbild von Fritz Uhde, entstanden 1897.
Interessant ist auch noch die „Kettensägenstatue“ des Pilatus von Andreas Kühnlein.

Viel Spaß beim „Mäandern“ und Entdecken.

 

Ilse Merkle

 

 

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Stadtspaziergang THALKIRCHEN mit goldenen Isarkieseln

Ausgangspunkt ist die Wallfahrtskirche Maria Thalkirchen. Neben ihren kunsthistorischen Schätzen beherbergt sie auch eine sehenswerte Jahreskrippe. Im umgrenzenden Friedhof lädt die Bank vor der Lourdesgrotte zum Verweilen in dieser Oase der Stille ein.

Weiter geht´s über den Thalkirchener Platz zur Isar und isaraufwärts bis zur kleine Brücke, dem Marienklausensteg, zur Marienklause auf der anderen Isarseite.

Foto: Rufus46, wikimedia commons
Foto: Marion Mauer-Diesch
Foto: Rufus46, wikimedia commons

Unterwegs sammle ich Steine, auf denen zwei durchlaufende Quarzadern ein Kreuz bilden.

Foto: Marion Mauer-Diesch

An der Marienklause befinden sich Kreuzwegstationen u.a. mit einer berührenden Pietadarstellung (hier im Bild die Kreuzigungsszene).

Am Tierpark entlang geht es zurück nach Thalkirchen.

Alternativ besteht die Möglichkeit von der Marienklause zur Hochleite hinaufzusteigen und dort den Weg in beliebiger Richtung zu verlängern, z. B. bis zur St. Anna- Kirche.

Zuhause bekommen die Kreuz-Linien auf den Steinen einen Goldkreis, der bei irischen Kreuzen auf den Kosmos verweist. Ich lege Blattgold auf, es ist aber auch möglich, mit Goldbronze o.ä. zu arbeiten.

Dabei kommt mir ein Gedanke einer kürzlich gehörten Predigt in den Sinn. Es wurde darauf verwiesen, gerade in schwierigen Zeiten sei es wichtig, den Goldschimmer im Alltag zu finden - bei einer Ikone ist es der Goldgrund, der als Repräsentant des göttlichen Lichtglanzes die tragende Basis bildet.
Mögen wir die Spuren des Glanzes entdecken!

Ilse Merkle

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