Frauenseelsorge

Erzdiözese München und Freising

Frauen, Synodaler Weg und die Zukunftsfrage der Kirche

Was ist der Synodale Weg?

Der von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) getragene Synodale Weg ist ein Weg der Umkehr und Erneuerung. Er wird beschritten, um den Missbrauchsskandal offen und selbstkritisch aufzuarbeiten und breit zu diskutieren, wie das christliche Zeugnis in unserer Gesellschaft neu gestärkt werden kann. Er wurde im Dezember 2019 begonnen und ist auf zwei Jahre angelegt.

Zu vier Kernthemen wurden entsprechende Foren gebildet:

  •  „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“
  •  Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“
  • „Priesterliche Existenz heute“
  • „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“

Ihr Auftrag ist es, Vorlagen zu erarbeiten, über deren Umsetzung in der Synodalversammlung abgestimmt wird. Beteiligt sind 230 Synodale aller Geschlechter, Laien und Kleriker. Sie suchen gemeinsam nach Antworten der deutschen katholischen Kirche auf die gegenwärtige Situation und nach Schritten zur Stärkung des christlichen Zeugnisses.

Um was geht es im Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“?

Dass zu den Erfahrungen und Forderungen von Frauen innerhalb der Katholischen Kirche ein eigenes Forum gebildet wurde, zeigt, dass großer und dringlicher Gesprächsbedarf besteht für wirksame Schritte und Zeichen der Möglichkeiten einer gleichberechtigen Partizipation für Frauen an der Sendung der Kirche.

Unter folgendem Link lesen Sie das Arbeitspapier, das zur Vorbereitung des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern“ erstellt wurde:

https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/SW-Vorlage-Forum-III.pdf

Wer ist Mitglied in diesem Forum?

Dr. Aurica Jax, die Leiterin der Bundesarbeitsstelle Frauenseelsorge der DBK, ist zusammen mit Frauen aus den großen Frauenverbänden, Mitgliedern des ZdK, der Orden und weiteren Expert*innen Mitglied im Forum „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“. Geleitet wird das Forum von Bischof Dr. Franz-Josef Bode aus Osnabrück, Vorsitzender der Frauenkommission der DBK, zusammen mit Prof. Dr. Dorothea Sattler aus Münster. In einem Interview in der Zeitschrift „Lebendigen Seelsorge“ [1] vom Juli 2020 betont Jax, „Frauen sind katholische Kirche“, es müsse bewusst gemacht werden, dass Frauen die Kirche bilden, genau wie alle Menschen, die sich ihr zugehörig fühlen. Alles, was Katholikinnen sagen und tun, forme Kirche, nicht nur das Reden und Handeln der Amtsträger. Darum betreffe die Situation von Frauen die gesamte Kirche fundamental und sei in der Tat die „wichtigste Zukunftsfrage“. Sie zitiert damit Bischof Georg Bätzing von Limburg nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz.[2]

Weiter zeigten die Aktionen und Positionierungen in Reaktion auf die Ergebnisse der Missbrauchsstudie von kfd, KDFB, Maria 2.0 und Voices of Faith, dem Vorlauf für den Synodalen Weg, dem Tag der Diakonin am 29. April 2020 in Mainz, der Tagung „Gewalt gegen Frauen in Kirche und Orden“, in der Gründung des Catholic Women’s Council im November 2019 und vielem mehr (siehe auch „Neue Frauenbewegungen“ auf unserer Website), dass der Ruf nach Veränderungen und Resultaten nicht verstummen werden. „Alle Frauen und Männer, die sich hier engagiert haben und weiterengagieren, fordern eine geschlechtergerechte Kirche in der Überzeugung, dass diese dem Evangelium entspricht. Und dass sie dann die Hände frei hat für die vielfältigen gesellschaftlichen Aufgaben, vor denen wir stehen“.[3]

Die Synodale Dr. Claudia Kunz, Theologin und Referentin im Bereich Pastoral der Deutschen Bischofskonferenz und Geschäftsführerin der Pastoralkommission sowie der dieser zugeordneten Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“, ergänzt in diesem Interview, dass bereits jetzt schon Frauen in allen Bereichen der Kirche, in der Verkündigung, in der Diakonie, in der Liturgie und in der Communio bis hin zu den obersten Leitungsebenen der Kirche Verantwortung und Leitung wahrnähmen: „Woran wir aber noch sehr viel mehr arbeiten müssen, ist, dass diese Frauen auch mit ihrem Gesicht und Namen als Repräsentantinnen der Kirche sichtbar werden.“[4]

Hier finden Sie die Mitglieder des Synodalforums „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche:“

https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/Synodalforum-Frauen-in-Diensten-und-Aemtern_Mitglieder.pdf

 
Das erste Ergebnis

Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf den Fortgang des Synodalen Weges aus. Nachdem deutlich wurde, dass eine Veranstaltung mit über 230 Teilnehmern in absehbarer Zeit schwierig wurde, hatte das Präsidium des Synodalen Weges eine veränderte Arbeit, im September 2020, der zweiten Synodalversammlung beschlossen.
Am 4. September 2020 fanden von 10.00 bis 18.00 Uhr eintägige sogenannte Regionenkonferenzen  zeitgleich an fünf verschiedenen Orten statt – in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Ludwigshafen und München.
Dafür erstellte eine Untergruppe des Synodalforums „Frauen in Diensten und Ämtern“ einen ersten Textbaustein zum Thema „Partizipation von Frauen an Ämtern und Diensten unter den gegenwärtigen Bedingungen des Kirchenrechts. Gestaltungsräume und Perspektiven" als Entwurf.
https://www.synodalerweg.de/fileadmin/Synodalerweg/Dokumente_Reden_Beitraege/Regionenkonferenz-20200904-3-Synodalforum-III-Arbeitstext.pdf

 

Ergebnis der zweiten Synodalversammlung vom 30.9.-2.10.2021 in Frankfurt

Folgende Texte aus dem Forum 3 „Frauen in Diensten und Ämtern“ wurden dabei zur 1. Lesung eingegeben: 

5.1_SV-II-Synodalforum-III-Handlungstext.LeitungInPfarreienUndGemeinden-Lesung1

5.2_SV-II-Synodalforum-III-Handlungstext.Fakultaeten-Lesung1

5.3_SV-II-Synodalforum-III-Handlungstext.ArgumenteWeltkirche-Lesung1

Unter https://www.synodalerweg.de/dokumente-reden-und-beitraege#c6239

sind die Korrekturen und Abstimmungsergebnisse zu lesen.

 

Ergebnis der dritten Synodalversammlung (3. bis 5. Februar 2022): Mehrheit für Zulassung von Frauen zu Weiheämtern

Von einer „hoffnungsträchtigen Begegnung“ sprach Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Vizepräsident der Reformbewegung Synodaler Weg. Auf Twitter schrieb er: „Ich sehe im Rückenwind, den wir erfahren haben, den Wind des Geistes - wir müssen jetzt mit Pragmatik und Weisheit, leidenschaftlich und sachlich zugleich weitergehen und die Hoffnung stärken, die angestoßen wurde.“

Viele hatten darauf gehofft, doch was eintrat, wurde dennoch als Überraschung gewertet: Alle in intensiver Arbeit von den Synodalforen erstellten und von den beratenden Gremien überarbeiteten Vorlagen wurden nach erster Lesung mit großer Mehrheit bestätigt. Selbst die satzungsgemäß erforderliche 2/3-Mehrheit der Bischöfe wurde erreicht – sogar beim „heißen Eisen“, der Forderung von Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern! Doch damit sich wirklich etwas ändert für berufene Frauen und alle Gläubigen, die sich nach Geschlechtergerechtigkeit in der Katholischen Kirche sehnen, braucht es Reformen auf der Ebene der Weltkirche. Und wer auf diese Änderungen hofft, braucht weiterhin Geduld. Trotzdem wird das Zwischenergebnis, die Zustimmung zu einem Grundtext (Erste Lesung) voller stichhaltiger Argumente, als historisch gewertet.

Alle Texte und Abstimmungsergebnisse finden Sie in voller Länge hier

 

Die vierte Synodalversammlung findet vom 8. bis 10. September 2022 in Frankfurt am Main statt.

Aktuelles zum Synodalen Weg und seiner Verortung im Erzbistum finden Sie über die Bistumsseite. 

https://www.erzbistum-muenchen.de/im-blick/synodaler-weg


[1] „Nur eine geschlechtergerechte Kirche entspricht dem Evangelium.“ Ein Gespräch mit Aurica Jax und Claudia Kunz, in: Lebendige Seelsorge 3/2020, „Catholic Women – ein internationales Frauenheft“, 184-188.

[2] A. Jax, ebd. S.184

[3] A. Jax, ebd. S. 188

[4] C. Kunz, ebd. S. 188

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