Frauenseelsorge

Erzdiözese München und Freising

Themen von Wiltrud Huml

Teresa von Avila: Mystikerin - Ordensreformerin – Kirchenlehrerin

Teresa von Avila (1515 – 1582) erhielt als erste Frau 1970 den Titel Kirchenlehrerin. Sie hatte den Mut gegen alle Widerstände ihrer Zeit völlig neue Zugänge in der Spiritualität des Karmeliterordens, im Gebet und in der Beziehung zu Gott zu eröffnen. Weil sie sich selbst unter großen Mühen zum Wesentlichen des Glaubens durchgerungen hat, konnte Teresa eine herausragende Lehrmeisterin für andere werden und bis heute bleiben. Auf ihren Spuren lassen wir uns anregen zu einer kontemplativen Spiritualität des Alltags und zum „inneren Gebet“.


Hildegard von Bingen: Klostergründerin – Mystikerin – Prophetin einer ganzheitlichen Spiritualität

Die große Heilige des Spätmittelalters ist in unseren Tagen wieder so gefragt, weil ihre ganzheitliche Sicht von Gott, Mensch und Kosmos eine tiefe Sehnsucht der Menschen anspricht. In ihrer Lebensgeschichte, wesentlichen Gedanken ihrer Spiritualität und am Beispiel einiger gemalter Visionen können wir eine inspirierende Prophetin inmitten der Fragen unserer Zeit entdecken.


Balance zwischen Selbst- und Nächstenliebe

„Liebe deinen Nächsten / deine Nächste wie dich selbst“ – wir alle kennen dieses zentrale christliche Gebot. Es ist jedoch nicht leicht die beiden Pole Selbstliebe und Nächstenliebe in einer guten Balance zu leben. Für Frauen besteht die Schwierigkeit darin, dass das traditionelle Verständnis der Rolle als Mutter vor allem darauf abzielt, einfühlsam für andere da zu sein, für sie zu sorgen. Viele typische Frauenberufe basieren auf diesem Verständnis: Erzieherinnen, Krankenschwestern und Altenpflegerinnen kümmern sich mit hoher Belastung und schlechter Bezahlung um Kinder und Pflegebedürftige. In der Doppelbelastung von Familien- und Erwerbsarbeit bleibt oft die angemessene Selbstliebe auf der Strecke, Depressionen und Burnout können die Folge sein.

In der Psychologie wird die Fähigkeit gut für sich selbst zu sorgen mit dem englischen Fachterminus „mothering“ bezeichnet. Es geht also darum die Haltung der Mütterlichkeit ebenso wie anderen mir selbst zukommen zu lassen, mir selbst eine gute Mutter zu sein.